Identifizierung der Geruchsspuren von Asiatischen Laubholzbockkäfern (ALB)

Projektleitung:
Prof. Dr. Peter Kaul

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist ein Schädling, der durch Verpackungshölzer in mehrere Nordamerikanische und Europäische Länder eingeschleppt wurde. Der wirtschaftliche Schaden, den der Asiatische Laubholzbockkäfer ohne Bekämpfungsmaßnahmen in Deutschland allein an der Baumsorte Ahorn anrichten kann, wird auf 96 Millionen Euro geschätzt.1 Die frühzeitige Erkennung ist daher ein wichtiges Instrument zur Eindämmung solcher Plagen. Als Bekämpfungsmaßnahme untersucht man Verdachtsfälle zurzeit im Labor und im Fall einer Erhärtung des Verdachtes werden umliegende Laubbäume großflächig gerodet. Erste Erfolge zeigten sich auch beim Einsatz von Spürhunden.2

Ziel des Projektes ALB ist die Identifizierung spezies-typischer chemischer Duftkomponenten zur Identifizierung des Käfers vor der komplexen Hintergrundmatrix des Waldes. Betrachtet werden soll zudem, inwieweit sich die Geruchsspuren des ALB von denen heimischer Käfersorten unterscheiden.

Diese spezifischen Geruchsstoffe bieten die Grundlage zur Entwicklung von Detektionssystemen, deren Implementierung an Flaschenhälsen der Transportkette, wie Umschlagsplätzen, einen Hinweis auf ALBs geben können. Weiterhin soll in diesem Projekt erarbeitet werden, welche Möglichkeiten bestehen, Duftstoffe für die Analyse zugänglich zu machen, ohne dass eine Fällung des Baumes nötig ist. Gegebenenfalls folgt hier die Entwicklung eines Probensammelverfahrens, das in realen Umgebungsbedingungen angewandt werden kann.

Auf Grundlage der Analysenergebnisse der Duftstoffe wird die Einsatzmöglichkeit von Detektorsystemen zur Erkennung eines Befalls untersucht. Mögliche Detektoren sind kommerziell verfügbare Sensoren oder der Spürhund. Durch die Konditionierung des Sensors auf einzelne Duftkomponenten gelingt unter Umständen ein selektiverer und zuverlässigerer Nachweis des ALBs. Die Analyse des Emissionsspektrums des ALBs kann zudem Erkenntnisse liefern, die für die Hundeausbildung relevant sind und ggf. einen Beitrag zur Verbesserung eben dieser sein können.

Diese Art der Herangehensweise kann grundsätzlich auch auf andere Schädlinge übertragen werden.

Kontakt

Ramona Makarow
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Tel.: 02241-865-735
ramona.makarow@h-brs.de

Prof. Dr. Peter Kaul
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Tel.: 02241-865-515
peter.kaul@h-brs.de

Quellen:
[1] Julius-Kühn Institut, Leitlinie zur Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers
[2] Pflanzenschutzdienst: Landwirtschaftskammer NRW

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